Exkurs 2

UFO-Gruppierungen

 

Wer beschäftigt sich eigentlich mit UFOs? Wer sind die Menschen, die in den deutschsprachigen Medien gerne als „selbsternannte UFO-Experten“, „Alien-Fans“ oder „UFO-Gläubige“ bezeichnet werden? Handelt es sich dabei tatsächlich nur um Spinner und Phantasten, die sich ihre eigene Realität geschaffen haben? In der durchweg negativen Berichterstattung über UFOs wird nur in seltenen Ausnahmen differenziert - zu selbstverständlich ist im Journalismus das Bild vom verschrobenen UFO-Fanatiker, der sich mit einem völlig abwegigen und irrelevanten Thema beschäftigt und nachrichtentechnisch höchstens als Lachnummer verwertbar ist. Warum, also, sollte sich jemand die Mühe machen genauer hinzuschauen?

 

Die Gattung Menschen, die sich mit dem UFO-Phänomen beschäftigt, ist fast so vielfältig wie das Phänomen selbst. Von hochrangigen Wissenschaftlern und brillanten Analytikern bis hin zu leichtgläubigen UFO-Enthusiasten ist in der Tat alles vertreten! Ein genauer Blick offenbart fünf Gruppen, die sich aus ganz unterschiedlichen Beweggründen mit dem Phänomen auseinandersetzen:

 

 

UFO-Phänomen-Forscher

 

Weltweit dürfte es nur wenige Menschen geben, die sich beruflich mit dem UFO-Phänomen beschäftigen. Wenn wir zurückschauen in die Geschichte der UFO-Forschung, gehörten z.B. die Mitarbeiter des Project Blue Book zu dem Kreis an Personen, die öffentlich mit dem Phänomen zu tun hatten - genannt seien hier der erste Leiter des Projektes, Captain Edward J. Ruppelt sowie der legendäre UFO-Phänomen-Forscher und Astronom J. Allen Hynek, der den militärischen Mitarbeitern als ziviler Berater zur Seite stand. Das „Project Blue Book“ wurde 1951 ins Leben gerufen, um UFO-Sichtungen zu diskreditieren und die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass es kein echtes UFO-Phänomen gibt (vgl. z.B. Leslie Kean: UFOs, S. 110 ff, sowie Linda Zimmermann: Hudson Valley UFOs, S. 94 ff und 108 ff). Fälle, die für das Militär interessant waren und die nationale Sicherheit betrafen, wurden nicht dem „Project Blue Book“ zugeführt, sondern anderen militärischen Einheiten (Fawcett & Greenwood: Clear Intent, S. XV). Eine dieser Einheiten war die 4602nd AISS, Air Intelligence Service Squadron (Robert Hastings: Mitt. per E-Mail sowie Kevin D. Randle: The history of Project Moon Dust; PDF-Download). Diese besonderen Fälle sind bis heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich und über die Arbeit der militärischen Einheiten ist im Detail nicht viel bekannt.
 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich auch aktuell Mitarbeiter bei verschiedenen militärischen Einheiten, Geheimdiensten und Regierungsbehörden abseits der Öffentlichkeit mit dem UFO-Phänomen oder dessen Teilaspekten beschäftigen. Andererseits öffnen inzwischen aber auch immer mehr Länder ihre Archive und geben ehemals geheime Dokumente frei. Einige Staaten unterhalten sogar eigene UFO-Behörden: in Frankreich ist dies beispielsweise die GEIPAN, in Chile das CEFAA und in Uruguay die C.R.I.D.O.V.N.I. Insbesondere in Mittel- und Südamerika sind nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Regierungsbehörden und Militärs dem Phänomen gegenüber viel aufgeschlossener als bei uns in Europa. Mythen und Legenden sowie zeitgenössische Berichte über Begegnungen mit den „Göttern von den Sternen“ und mysteriösen Flugobjekten sind gerade bei den Maya allgegenwärtig und ein fester Bestandteil der Alltagserfahrung und Kultur - so unglaublich das auch für uns klingen mag (vgl. Ardy Sixkiller Clarke: Sky People - Untold Stories of alien Encounters in Mesoamerica). Ohne wissenschaftliche Belege dafür vorbringen zu können, bleibt der Eindruck, dass das UFO-Phänomen eine gewisse Affinität zu den indigenen Völkern Nord-, Mittel- und Südamerikas hat - die Gründe dafür liegen im Verborgenen.

 

Im privaten Bereich gab und gibt es ebenfalls Zusammenschlüsse von Wissenschaftlern und Laienforschern, die im Verborgenen versuchen das UFO-Phänomen zu ergründen. Eine öffentliche Beschäftigung mit dem Thema ist für diese Gruppen in der Regel nicht möglich, da in den meisten Staaten das UFO-Phänomen stark tabuisiert ist (vgl. Bernhard M. Pröschold: Außerirdische - Das große Tabu unseres Zeitalters sowie Exkurs 4 - Die vier Kränkungen der Menschheit). Forscher, die ihr Interesse an UFOs öffentlich machen, riskieren Hohn und Spott oder sogar den Verlust ihres Arbeitsplatzes. In Ausnahmefällen dulden Universitäten aber auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema und die Nutzung von Laboren, solange darüber nichts öffentlich bekannt wird und keine Gefahr besteht, dass der Ruf der Forschungseinrichtung beschädigt wird. Zumindest in zwei Fällen gab es sogar offizielle universitäre Langzeitstudien zum UFO-Phänomen: 1973 stieß Harley D. Rutledge sein berühmtes Project Identification an und seit 1983 erforscht ein Team um Erling Strand vom Østfold University College in Norwegen das Hessdalen-Phänomen. Und natürlich entstehen im universitären Bereich auch ab und zu Projekte, die sich mit Teilaspekten des UFO-Phänomens beschäftigen, ohne dass dabei das Wort „UFO“ genannt wird: Die Erforschung neuer Antriebstechnologien in der Luft- und Raumfahrt oder die physikalischen Wechselwirkungen der unidentifizierten Objekte mit der Umwelt sind dafür ein Beispiel.

 

Der bekannteste Zusammenschluss von Wissenschaftlern in einem informellen privaten Netzwerk war in den 1970er Jahren das sogenannte „Invisible College“ um die UFO-Phänomen-Forscher J. Allen Hynek und Jacques Vallée. „Ich kam in Kontakt mit einer Reihe von Wissenschaftlern, die - wie ich selber - die Natur des UFO-Phänomens verstehen wollten und die besonders daran interessiert waren herauszufinden, ob es einen intelligenten Ursprung hat.“ schreibt Vallée in der Einführung zu seinem Buch The Invisible College (S. 4). Auch in Deutschland gibt es solch ein unsichtbares Netzwerk von Wissenschaftlern, das sich mit anomalen atmosphärischen Phänomenen beschäftigt. Die Einheitliche Quantenfeldtheorie von Burkhard Heim spielt dabei eine wichtige Rolle (Illobrand von Ludwiger: Ergebnisse aus 40 Jahren UFO-Forschung, S. 201 ff): Heim gelang es unter anderem, ein einheitliches Spektrum der Massen und Lebensdauern der Elementarteilchen herzuleiten, ohne Korrekturfaktoren (sog. „anzupassende Parameter“) einführen zu müssen, und seine Theorie bietet viele Ansätze, physikalische Wechselwirkungen von UFOs mit ihrer Umgebung zu erklären (Schwerkraft-Effekte, Kälte- und Hitzewirkungen, Leuchten durch Ionisierung der Luft, Mikrowellenstrahlung, Röntgenstrahlung, plötzliches Auftauchen und Verschwinden sowie Teilung oder Verschmelzen von Objekten, Levitation von Tieren und Menschen, das Phänomen der „Solid Lights“). Eine Einführung in die Einheitliche Quantenfeldtheorie Burkhard Heims findet sich in von Ludwiger: Unsterblich in der 6-dimensionalen Welt.
 

 

Hobby-Ufologen

 

Zwischen der Gruppe der UFO-Phänomen-Forscher und den Hobby-Ufologen gibt es fließende Übergänge. Ein Großteil der UFO-Phänomen-Forscher betreibt die Forschung in der Freizeit, da UFO-Forschung nicht von den Mainstream-Wissenschaften akzeptiert wird und daher auch keine Geldmittel für diese Protowissenschaft zur Verfügung gestellt werden. Die Forschung wird privat finanziert. Neben den wissenschaftlich ausgebildeten UFO-Phänomen-Forschern gibt es weltweit auch zahlreiche Laien-Wissenschaftler mit oder ohne naturwissenschaftlicher Vorbildung, die sich durch ihre jahre- oder jahrzehntelange Erfahrung auf dem Gebiet zu hochqualifizierten Fachleuten entwickelt und die UFO-Phänomen-Forschung entscheidend vorangetrieben und geprägt haben.

 

Unter den Hobby-Ufologen gibt es ebenfalls viele, die an der Basis arbeiten und durch Falluntersuchungen, Zeugenbefragungen sowie den Aufbau und die Pflege von Falldatenbanken (z.B. www.ufo-datenbank.de) die Grundlage für eine wissenschaftliche Analyse und die Formulierung und Überprüfung von Hypothesen zur Erklärung des Phänomens schaffen. Ihr Wirken ist von unschätzbarem Wert für die UFO-Phänomen-Forschung.

 

Was die Gesinnung der Hobby-Ufologen angeht, so gibt es die ganze Bandbreite von skeptisch eingestellten Leuten, die das Phänomen eher auf Grundlage menschlicher Technologie oder von Naturerscheinungen zu erklären versuchen, solchen, die dem Phänomen völlig offen und unvoreingenommen gegenüberstehen, bis hin zu Vertretern, die von einem exotischen Ursprung des Phänomens absolut überzeugt sind. Diese letzte Gruppe ist in der Regel auf die Extraterrestrische Hypothese (ETH) festgelegt, geht also davon aus, dass UFOs Raumschiffe von anderen Planeten sind, obwohl es für die ETH bis heute keine stichhaltigen Beweise gibt. Im extremsten Fall mündet diese ideologisch gefärbte Grundeinstellung in einem starken Dogmatismus.

 

Autoren wie Jacques Vallée, John A. Keel und Illobrand von Ludwiger haben darauf hingewiesen, dass UFO-Ereignisse mit großer Regelmäßigkeit von zum Teil bizarren psychischen und parapsychologischen Phänomenen begleitet werden (vgl. z.B. Jacques Vallée: The invisible College, S. 6 ff). Da solche Phänomene aber für viele UFO-Forscher nicht mit der ETH vereinbar sind, werden sie bei den Falluntersuchungen ausgeblendet oder sogar bewusst verschwiegen und bekämpft. John A. Keel schrieb bereits 1970 in seinem Buch Operation Trojan Horse (S. 321): „Ironischerweise haben die UFO-Organisationen selber mehr UFO-Berichte unterdrückt als die  [US] Air Force. (...) Es gibt keinen Zweifel daran, dass die UFO-Enthusiasten die Erforschung dieser [psychologischen] Phänomene vereitelt haben und durch ihr Verhalten eine Atmosphäre der Ausgrenzung geschaffen haben, die das Thema nun umgibt und es professionellen Forschern unmöglich macht, sich damit zu beschäftigen.“ Sicherlich ist die Situation heute entspannter als damals, aber es gibt immer noch viele Ufologen, die mit alternativen Hypothesen wie etwa Jacques Vallées Interdimensionaler Hypothese (IDH) oder Illobrand von Ludwigers Zeitreisehypothese (Unidentifizierte Flugobjekte über Europa, S.228 ff) große Probleme haben. Doch so eingängig und verführerisch die ETH auch sein mag - die „fliegenden Untertassen“ selber scheinen nur eine Spielart eines noch umfassenderen Phänomens zu sein, dessen Ursprung auch nach Jahrzehnten der Erforschung immer noch im Dunkeln liegt (vgl. auch Jacques Vallée: Five Arguments against the Extraterrestrial Theory; PDF-Download).

 

 

UFO-Gläubige

 

Diese Gruppe umfasst Personen, die sich in der Freizeit mit dem UFO-Phänomen beschäftigen, in der Regel keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben und an einer wissenschaftlichen Herangehensweise zur Erforschung des Phänomens auch nicht interessiert sind. Sie können in UFO-Klubs organisiert sein oder sich unabhängig von anderen mit dem Thema beschäftigen. Der Begriff „UFO-Gläubige“ ist in diesem Zusammenhang nicht religiös zu verstehen. Er entstammt den Mainstream-Medien und wird gerne benutzt, um bei den Lesern eine negative Voreingenommenheit dem Thema gegenüber zu erzeugen. Er eignet sich deshalb als Bezeichnung für diese Gruppe, da sie das negative Bild, das die Öffentlichkeit von „UFO-Forschern“ hat, entscheidend geprägt hat:

 

Personen dieser Gruppe sind dem Phänomen gegenüber unkritisch und verfügen oft nur über oberflächliche Kenntnisse der seriösen Fachliteratur. Sie sind leicht beeinflussbar und übernehmen leichtgläubig Meinungen und Thesen, die in der populären UFO-Literatur verbreitet werden, insbesondere die „Gewissheit“, dass UFOs Besucher von anderen Planeten sind und dass wir regelmäßig von „Grey Aliens“, „Reptilienwesen“ und allerhand anderen Entitäten besucht werden, z.B. um Menschen zu entführen und „eine neue Hybridrasse zu züchten“. UFO-Gläubige sind beispielsweise auch davon überzeugt, dass auf dem Testgelände Area 51 in den USA abgestürzte außerirdische Raumschiffe aufbewahrt werden zum Zwecke der Untersuchung und des Nachbaus (sog. „reverse engineering“) der „Alien-Technologie“. Und sie diskutieren in Internetforen ausgiebig und hitzig über die neusten UFO-Videos, die von Experten oft schon auf den ersten Blick als plumpe Fälschungen, sog. „Hoaxes“, entlarvt werden. Oft sind die UFO-Gläubigen auch Anhänger von Verschwörungstheorien, die sich z.B. mit „Nazi-UFO-Basen“ in der Antarktis beschäftigen oder mit „guten“ oder „bösen“ Aliens, die uns entweder retten oder vernichten wollen - je nach individueller Überzeugung.

 

In der Öffentlichkeit richten die UFO-Gläubigen und die im nächsten Abschnitt behandelten ideologischen UFO-Skeptiker immensen Schaden an, denn es sind gerade diese beiden Gruppierungen, die eine hohe Präsenz im Internet haben und daher von den Mainstream-Medien und der Öffentlichkeit als „die UFO-Forscher“ wahrgenommen werden. Für UFO-Phänomen-Forscher ist es daher fast unmöglich mit ihrer seriösen Arbeit gehört zu werden - sie werden mit den UFO-Gläubigen gleichgesetzt und gelten genauso wie sie als „Spinner“. Da das Thema stark tabuisiert ist und bei einer Beschäftigung damit ein hohes Risiko besteht stigmatisiert zu werden, macht sich kaum ein Journalist die Mühe genauer hinzuschauen und zwischen den verschiedenen Gruppierungen zu differenzieren bzw. ausgewogen zu berichten. Es ist einfacher und risikofreier, das Thema ins Lächerliche zu ziehen oder der eingängigen Argumentation der UFO-Skeptiker zu folgen.

 

 

Ideologische UFO-Skeptiker

 

Die Gruppierung der ideologischen UFO-Skeptiker (vgl. auch Never get lost, Exkurs 3) ist genauso unkritisch und dogmatisch wie die UFO-Gläubigen, nur, dass sie vom genauen Gegenteil ausgehen: Ihrer Meinung nach gibt es kein echtes UFO-Phänomen. Sie sind davon überzeugt, dass sich letztendlich alle UFO-Sichtungen aufklären lassen. Als Ursache oder „Stimulus“, Auslöser, der bei einem Zeugen zu der Überzeugung führt, ein UFO gesehen zu haben, nennen sie Naturphänomene wie Meteoriten oder Kugelblitze oder missidentifizierte Flugzeuge, Hubschrauber usw. Oft wird auch davon ausgegangen, dass das UFO-Phänomen ein rein soziopsychologisches Phänomen ist oder die Zeugen psychische Probleme haben - dass es also nur in den Köpfen der Zeugen existiert.

 

Der „Kampf“ gegen das Phänomen bzw. gegen die Befürworter eines echten UFO-Phänomens geht oft sogar so weit, dass Fakten oder Beweise manipuliert oder unterschlagen werden, um ungeklärte Sichtungen von vornherein mit konventionellen Erklärungen abtun zu können. Wenn die Mainstream-Medien über UFOs berichten, greifen sie daher gerne auf die ideologischen UFO-Skeptiker als „Experten“ zurück, da sie genau die Erklärungen liefern, die bei den Medien erwünscht sind. Durch ihre einseitige Berichterstattung erzeugen die Medien in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass es kein echtes UFO-Phänomen gibt und alle Menschen, die sich damit beschäftigen, nicht ernst zu nehmen sind.

 

 

Religiöse UFO-Kulte und UFO-Sekten

 

Mit dem modernen UFO-Phänomen tauchte in den 1950er Jahren auch das Phänomen der sogenannten „Kontaktler“ auf. Im Gegensatz zu den Personen, die von Entführungserfahrungen - also von unangenehmen und traumatisierenden Erlebnissen - berichten, beschreiben die Kontaktler ihre Erfahrungen als positiv und bereichernd. In ihrer subjektiven Wahrnehmung sind sie mit den „Brüdern aus dem Weltraum“ zu fernen Planeten gereist oder haben von ihnen wichtige Informationen über die Zukunft der Menschheit erhalten. Die Berichte der Kontaktler haben Menschen auf Sinnsuche angezogen und zur Gründung von Vereinigungen mit quasireligiösen und sektenartigen Strukturen geführt.

 

Viele UFO-Kulte entstanden in den USA - einem Land, das eine lange Tradition von religiösen Randgruppen aufweist. Einer der ersten Kontaktler in den USA war George Adamski, ein Science-Fiction-Autor polnischer Herkunft. In seiner Gefolgschaft bildeten sich verschiedene UFO-Sekten, die im Laufe der Jahre in immer kleinere Gruppen zersplitterten (vgl. Judit Laczkó: UFOs und Außerirdische, S. 112).

 

In Europa wurde der Schweizer Kontaktler Billy Meier bekannt, der zwischen 1942 und 1975 zahlreiche Begegnungen mit außerirdischen Entitäten gehabt haben will. 1975 gründete er die UFO-Sekte FIGU – „Freie Interessengemeinschaft für Grenz- und Geisteswissenschaften und Ufologiestudien“. Seine UFO-Fotographien und angeblichen Kontakterlebnisse wurden später nach und nach als Fälschungen entlarvt. Ein anderer europäischer UFO-Kult, der in den 1960er und 70er Jahren in Frankreich und Spanien entstand, war der Ummo-Kult, der von Jacques Vallée eingehend untersucht wurde (Invisible College, S. 88 ff). Bekannt wurden auch die Aetherius Society, Unarius, Heaven’s Gate, die Rael-Bewegung und das bis heute sehr aktive Ashtar-Command (vgl. Judit Laczkó: UFOs und Außerirdische, S. 14 f und S. 111 ff).

 

Die weltweit größte Gruppe an Kontaktlern sind jedoch die „silent contactees“, mit denen sich John A. Keel ausführlich beschäftigt hat (vgl. Operation Trojan Horse). Sie haben kein Interesse daran, ihre Erlebnisse mit anderen Menschen zu teilen und sprechen - wenn überhaupt - nur mit vertrauten Personen und größter Zurückhaltung über ihre Kontakte. Ihre Erlebnisse sind oft so verstörend, dass sich massive psychische Probleme bei ihnen einstellen oder sich ihre Persönlichkeit und ihr gesamter Lebensweg auf dramatische Weise verändern. John Keel hat die Berichte der stillen Kontaktler benutzt, um Muster herauszufiltern, die Aufschluss über das UFO-Phänomen geben können. Ähnlich wie Jaceques Vallée (vgl. The invisible College, Dimensionen) kam auch er zu dem Schuss, dass es die Menschheit bereits seit langer Zeit begleitet und Einfluss auf unsere Kultur und Entwicklung hat.